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Vorteile des Weltkalenders 

Was könnte durch eine Kalenderreform besser werden? Hierzu gibt es seit 1947 eine schriftlich niedergelegte Meinung der Vereinten Nationen. Zitat:

  • Da der "Weltkalender" immerwährend ist, wären alle Jahre identisch, mit Ausnahme des Zusatz-Tages in Schaltjahren und daher hätte er alle Vorteile eines unveränderlichen Kalenders.
  • Seine Methode, das Jahr in vier gleiche und identische Quartale zu teilen, ermöglicht es, die Quartale als eine Einheit der Unterteilung zu benutzen, was sehr praktisch für gewisse Aspekte des Alltags ist.
  • Mit der Existenz dieses Kalenders könnten statistische Übersichten, Etatschätzungen, Finanzgeschäfte und Pläne für wirtschaftliche und soziale Organisationen auf eine viel einfachere Weise ausgeführt werden. Vergleiche zwischen irgend zwei Perioden könnten mit einfacheren Berechnungen und unveränderlichen Formeln durchgeführt werden.
  • Weiterhin können periodische Ereignisse, wie beispielsweise Parlamentsversammlungen, dauerhaft sowohl vom Datum als auch vom Wochentag her festgelegt werden.
  • Die Unveränderlichkeit des Kalenders ermöglicht es auch, die Festlegung von Feiertagen, die zur Zeit noch beweglich sind, zu erwägen.
  • Es muß festgestellt werden, daß diese Reform in hohem Maße die Bedürfnisse einer Verbesserung der Zeitmessung aus wirtschaftlicher und sozialer Sicht erfüllen würde.

Brauchen wir eine Kalender-Reform?

Als praktisch veranlagter Mensch, der viel mit Planrechnungen zu tun hatte, gab es für mich nie einen Zweifel, daß dieser Welt-Kalender ein " Muß " ist. Aus rationalen Überlegungen lautet die Antwort eindeutig "ja". Aber emotionale Gründe entscheiden! Die Zeit ist noch nicht reif. Grund für die Ablehnung einer Kalenderreform ist der eine Tag zuviel, der als neutraler Tag, auf englisch "blanc day", den Sieben-Tage-Zyklus unterbricht.

Bei der Beschäftigung mit dem Thema habe ich erkennen müssen, daß sich eine Kalenderreform nicht so einfach wie das metrische Systems einführen läßt, denn beim Kalender handelt es sich um weit mehr als um ein Instrument zur Einteilung des Jahres, nämlich um einen Spiegel menschlicher Kultur.

Was also müßte geändert werden?

Nur zwei Punkte:

        1.) Einführung eines neutralen Tages

        2.) Festlegung des Ostertermins


Meine Prognose:

Eine Zeitrechnung ist kein Naturgesetz. Sie lebt und verändert sich und paßt sich den Erfordernissen der Menschen an. Vor dem Gregorianischen Kalender gab es eine Vielzahl von Kalendern. Sie alle mußten neueren Erkenntnissen weichen.

Von den Völkern, die heute noch als Entwicklungsländer gelten, wird mit wachsendem Selbstbewußtsein der Wunsch nach einem problemlosen, nicht vom Papst und nicht vom Abendland stammenden Kalender kommen.

Die Zeit, in der jene Völker bei den Vereinten Nationen die Mehrheit haben werden, die in einem Kalender nur ein Zeitmaß sehen, wird kommen. Spätestens dann wird der Kalender vom Verstand und nicht mehr vom Gefühl bestimmt sein.

Aber solange es nicht einmal möglich ist sich weltweit auf einheitliche Steckdosen zu einigen, habe ich wenig Hoffnung auf eine Kalenderreform.

Und je älter ich werde, um so mehr nähere ich mich der Meinung aller Reformgegner:

Bei unserer überregulierten Welt kann ein bisschen Unordnung nicht schaden!

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